Foto: privat / Rudolf D.
In Pottenbrunn setzte ein Dammbruch an der Traisen ganz Straßen unter Wasser und führte zu erheblichen Schäden

Zwei Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser – über 25 Millionen Euro Hilfe für Betroffene

Als im September 2024 tagelanger Starkregen weite Teile Österreichs unter Wasser setzte, verloren tausende Menschen innerhalb weniger Stunden vieles, was sie sich über Jahre aufgebaut hatten. Zwei Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser zieht ÖSTERREICH HILFT ÖSTEREICH Bilanz über die gemeinsame Hilfe: dank der großen nationalen Solidarität konnte tausenden Betroffenen mit mehr als 25,5 Millionen Euro geholfen werden.

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Die Bilder vom September 2024 sind vielen Menschen in Österreich bis heute in Erinnerung: über die Ufer getretene Flüsse, überflutete Straßen und Häuser, gebrochene Dämme. Menschen, die mitten in der Nacht ihre Häuser verlassen mussten. Tausende Einsatzkräfte und Freiwillige, die unter schwierigsten Bedingungen versuchten, Menschen in Sicherheit zu bringen und Schäden einzudämmen. Niederösterreich war besonders stark betroffen, das gesamte Bundesland wurde damals zum Katastrophengebiet erklärt.

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Ein Hubschrauber über einer überfluteten Wohngegend
Foto: privat/Herr A.
In Haunoldstein mussten Menschen per Hubschrauber evakuiert werden. „Wir wurden von der Feuerwehr mit der Zille gerettet, als unser Haus bereits 2,5 Meter unter Wasser stand“, berichtet Herr A.
Wassermassen in einer Wohngegend
Foto: privat/Herr A.
Haunoldstein war 2024 stark vom Hochwasser betroffen.
Foto: privat / Rudolf D.
In Pottenbrunn setzte ein Dammbruch an der Traisen ganz Straßen unter Wasser und führte zu erheblichen Schäden
Zwei Bilder eines überfluteten Kellers. Wasser dringt durch ein Kellerfenster ein.
Foto: privat / Michael H.
Häuser, Keller, Gärten standen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser. Bei Familie H. wurden durch die Wassermassen die Kellerfenster nach innen aufgerückt, das eingetretene Wasser zerstörte die Heizungsanlage und alles, was sich im Keller befand, komplett.
Foto: privat / Felix P.
Familie P. aus Elsbach wurde von der Feuerwehr evakuiert und fand am 16. September bei der Rückkehr eine Zerstörung vor, die sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Foto: privat / Felix P.
Familie P. aus Elsbach wurde von der Feuerwehr evakuiert und fand am 16. September bei der Rückkehr eine Zerstörung vor, die sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Foto: privat / Felix P.
Familie P. aus Elsbach wurde von der Feuerwehr evakuiert und fand am 16. September bei der Rückkehr eine Zerstörung vor, die sich nur schwer in Worte fassen lässt.

Noch bevor das Ausmaß der Katastrophe absehbar war, startete ÖSTERREICH HILFT ÖSTERREICH am 15. September einen Spendenaufruf.

Die Reaktion der Menschen in Österreich war überwältigend. Insgesamt konnten durch die Spendenaufrufe im ORF, zahlreiche Benefiz- und Solidaritätsveranstaltungen und die Unterstützung von Unternehmen rund 26,5 Millionen Euro für Betroffene gesammelt werden.

Schnelle Überbrückungshilfe für dringend Notwendiges

Innerhalb kürzester Zeit hatten die Betroffenen die Möglichkeit, um sogenannte Überbrückungshilfe anzusuchen. Diese finanzielle Unterstützung sichert den täglichen Bedarf und konnte zum Beispiel für den Ankauf dringend benötigter Haushaltsgeräte, kleinerer Einrichtungsgegenstände oder die Durchführung kleinerer Renovierungsarbeiten bis zum Einsetzen der ersten Zahlungen der Behörden und der Versicherungen verwendet werden.

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Foto: Caritas/Franz Gleiß
Innerhalb kurzer Zeit konnten Betroffene – unterstützt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der fünf ÖSTERREICH HILFT ÖSTERREICH – Hilfsorganisationen – die Möglichkeit, um dringend notwendige Überbrückunshilfe anzusuchen.
Foto: Caritas/Franz Gleiß
Innerhalb kurzer Zeit konnten Betroffene – unterstützt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der fünf ÖSTERREICH HILFT ÖSTERREICH – Hilfsorganisationen – die Möglichkeit, um dringend notwendige Überbrückunshilfe anzusuchen.

Rund 8.500 Anträge wurden von den beteiligten Hilfsorganisationen innerhalb weniger Wochen entgegengenommen, geprüft und positiv bewertet.

Wie wichtig gerade diese schnelle Hilfe war, schilderte ein Betroffener aus der niederösterreichischen Gemeinde Elsbach:

„Finanziell waren die 2.100 € Soforthilfe von Ihnen wahrlich Gold wert. Für viele, mit denen ich gesprochen habe, war dieses Geld der erste Hoffnungsschimmer: Wer keine Rücklagen hatte, konnte nicht einmal Werkzeug, Pumpen oder andere notwendige Dinge kaufen, oft wurde das Geld genau dafür verwendet.“

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Foto: Rotes Kreuz Niederösterreich
Direkt nach dem Rückgang des Wassers unterstützen tausende Freiwillige- wie das Team Österreich – bei den Aufräumarbeiten. Durch die Überbrückungshilfe konnten viele Betroffene Pumpen und Werkzeuge für die Aufräumarbeiten anschaffen.
Foto: privat/ Andreas G.
Foto: privat: Helmut M.

Wiederaufbauhilfe für besonders betroffene Haushalte

Mit dem Rückgang des Wassers war die Katastrophe für die Betroffenen nicht vorbei. Erst nach und nach wurde sichtbar, wie groß die Schäden tatsächlich waren.

Mit Wiederaufbauhilfe wurden jene stark betroffenen Haushalte unterstützt, bei denen trotz Leistungen aus dem Katastrophenfonds der Bundesländer und Zahlungen von Versicherungen eine erhebliche finanzielle Lücke blieb.

So konnte nochmals rund 1.400 Menschen dabei geholfen werden, ihr Haus oder ihre Wohnung zu sanieren, die Heizung instand zu setzen und als Sicherheitsmaßnahme für die Zukunft spezielle Hochwasser-Fenster und Türen einzubauen.

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Fotos: privat/Familie D.
Familie D. konnte nach monatelanger Arbeit den Keller wieder instand setzen
Fotos: privat/Familie D.
Familie D. konnte nach monatelanger Arbeit den Keller wieder instand setzen
Fotos: privat/Katharina S.
Bei Familie S. aus Böheimkirchen stand 2024 im Erdgeschoß das Wasser 85cm hoch. Zwei Jahre nach dem Hochwasser konnten sie ihren eigenen Hochwasserschutz bei der Garageneinfahrt fertigstellen.
Fotos: privat/Katharina S.
Bei Familie S. aus Böheimkirchen stand 2024 im Erdgeschoß das Wasser 85cm hoch. Zwei Jahre nach dem Hochwasser konnten sie ihren eigenen Hochwasserschutz bei der Garageneinfahrt fertigstellen.

25,56 Millionen Euro, die bei den Menschen angekommen sind

Insgesamt konnte ÖSTEREICH HILFT ÖSTERREICH als Zusammenschluss von Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotem Kreuz und Volkshilfe mit 25,6 Millionen Euro unmittelbar Menschen in Not helfen.

Doch diese Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte.

Hinter jedem Antrag und jeder Unterstützung stehen Menschen, die teilweise mitten in der Nacht evakuiert wurden, tagelang Schlamm aus ihren Häusern schaufelten und vor der Frage standen, wie sie ihr Zuhause wieder bewohnbar machen sollten.

Ein Familienvater aus Sieghartskirchen beschrieb deshalb eine andere Wirkung der Unterstützung. Die Hilfe sei nicht nur finanziell wichtig gewesen, sondern habe „uns allen Kraft gegeben, weil wir uns nicht alleine fühlen mussten.“

In vielen Rückmeldungen von Betroffenen findet sich neben der Erinnerung an Angst, Erschöpfung und Zerstörung vor allem eines: Dankbarkeit. Gegenüber den Einsatzorganisationen, den unzähligen freiwilligen Helferinnen und Helfern, Nachbarinnen und Nachbarn – und gegenüber jenen Menschen, die gespendet haben.

Dier Hilfe in diesem Umfang war nur möglich, weil sehr viele Menschen bereit waren, etwas beizutragen. Dafür bedanken wir uns bei allen Spenderinnen und Spendern sowie allen Freiwilligen von ganzem Herzen.

Helfen Sie auch künftig Menschen in Not

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Ein etwa 10-jähriges Mädchen mit dunklen Haaren und eine ältere Dame mit rotgefärbten Haaren sitzen nebeneinander und blicken auf dasselbe Schulbuch. Im Hintergrund sind bunte Kästen und Bilder zu sehen, im Vordergrund liegen Schnellhefter und ein Notizbuch.
Caritas
Auf dem Bild sind zwei Frauen und zwei Kinder abgebildet. Die rechte Frau trägt ein weißes Kopftuch und ein grau-schwarzes Kleid. In ihrem linken Arm ist ein Kind mit einem rot-schwarzen Hemd zu erkennen. Die Frau, rechts von dem Kind, hat dunkle lange Haare und blickt in die Kamera. Sie hält ein kleines Kind ebenfalls in den Armen und kniet am Boden.
Regina Hügli

Der Rückblick auf das Hochwasser 2024 erinnert daran, wie wichtig es, ist bei Extremwetterereignissen rasch zu reagieren und Betroffene unmittelbar unterstützen. Neben der Hilfe bei Katastrophen unterstützt ÖSTERREICH HILFT ÖSTERREICH auch ganzjährig Kinder, Jugendliche und Familien in schweren Zeiten.

Denn wenn es darauf ankommt, stehen Menschen in Österreich zusammen und helfen.

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